Das Wappen der Gemeinde Dorfprozelten: Die drei Bestandteile des Wappens weisen auf drei wesentliche Faktoren der Entstehung und Entwicklung der Gemeinde hin. Das ,,Mainzer Rad" symbolisiert den Einfluß und das Wirken des Erzbistums Mainz über einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren. Das,,Schwarze Kreuz" erinnert an die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Deutschen Orden von 1373 bis 1483. Die ,,Mainwellen" verdeutlichen die Lage und die Verbundenheit mit dem Main.
Bradeneshelda Anno 1000-1200 n.Chr. ,,Im Jahre des Herrn 1009 (1109?) ist am 20. November die Kirche des Heiligen Vitus in Brotselden geweiht worden von den ehrwürdigen Herren Willigis, Erzbischof von Mainz, dem Herrn Bernhard, Bischof von Worms, dem Herrn Walther, Bischof von Speyer, dem Herrn Benignus, Bischof von Halber- stadt, dem Herrn Heinrich, Bischof von Paderborn...." So beginnt eine Pergamenthandschrift, die heute noch im Original im Pfarr- archiv der Gemeinde zu finden ist. Sie wurde als die ,,Gründungsurkunde"von Dorfprozelten angesehen. Dem Mainzer Erzbischof Willigis sollen bei der Weihe die vier oben angeführten Bischöfe assistiert haben. Bei genauer Unter- suchung der dabei genannten Würdenträger stellt man fest, dass neben Willigis nur Bischof Walther von Speyer (1004-1031) im angegebenen Zeitraum gelebt hat. Bischof Mainwerk von Paderborn wird angegeben, dass er im Jahre 1009 in Dorfprozelten weilte. Hier heißt es: ,, Meinwerk hat vermutlich an den kriegerischen Auseinandersetzungen Heinrich II. mit seinen Schwägern teilgenommen und assistiert jetzt mit anderen Bischöfen dem Erzbischof Willigis von Mainz bei der Kirchenweihe." Originalurkunde Titelseite Gerichtsbuch von 1591
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Die alten St. Vitus Kirchen Einige Marksteine durch ein Jahrtausend Dorfprozeltener Kirchengeschichte werden hier kurz erläutert. Die ,,Konsekrationsurkunde" (Einweihungsurkunde) von 1009 wird angezwei- felt. Die heutige St. Vitus Kirche ist aber bereits die dritte Kirche in der Ge- meinde. Die erste Kirche wird in den bekannten örtlichen Geschichtsquellen um 1600 bereits als ,,urlalt" bezeichnet. Sie stand auf dem heutigen Platz der alten Schule. (Post und Arztpraxis). Nach der obengenannten ,,Konskrations- urkunde" soll sie im Jahre 1009 von Erzbischof Willigis von Mainz eingeweiht worden sein. Sie wurde dem hl. Vitus geweiht, dies deutet auf ein sehr hohes Alter der 1. Kirche hin. Fest steht aber, dass 1214 erstmalig in einer Urkunde der Name eines Pfarrers von Dorfprozelten erwähnt wird. Ein selbständiger Pfarrer, der einer eigenständigen Pfarrei vorsteht. Es war also 1214 eine eigenständige Kirche vorhanden. Der Name des Pfarrers ,,Sifrid plebanus de Bratselede". Urkundlich können wir die Pfarrer unserer Gemeinde über acht Jahrhundert zurückverfolgen. Von 1214 - 2009 gab es 59 Pfarrer in unserer Gemeinde Dorfprozelten. Neben den Namen sind manchmal noch kleine oder größere Begebenheiten aus ihrem Leben und Wirken der Nachwelt erhalten geblieben. >>mehr Bild1
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Die Ablassurkunde aus dem Jahre 1337 Noch wenig bekannt ist eine sehr schöne Urkunde aus dem Jahre 1337. Es ist eine Ablass Urkunde. Ablässe konnte man früher (heute noch?) gewinnen, wenn man u. a. an einem bestimmten Tag eine kirchliche Ein- richtung besucht hat und bestimmte Gebete verrichtete. Der Ablass war gedacht zur Tilgung zeitlicher Sündenstrafen, d. h. nicht die Sünden wurden einem dadurch vergeben, sondern nur die zeitlichen Strafen für die Sündenschuld. Die Urkunde wurde sehr aufwendig vom Diözesanarchiv in Würzburg res- tauriert, verbunden mit einem interessanten Aufbewahrungstäschen aus dieser Zeit. Einsehen kann man die Urkunde nur im Diözesanarchiv. Die Ablassurkunde dürfte zu einem besonderen Anlass an die Pfarrei ver- geben worden sein, wahrscheinlich wurde eine neue Kirche errichtet oder die alte umgebaut. Durch den Besuch zahlreicher Gläubiger erhoffte man sich natürlich auch Einnahmen, um solche Vorhaben finanzieren zu können.
mehrZusammenfassung: Zusammenfassend kann festgestellt werden,dass Urkunde und zugehörige Tasche in der gleichen Zeit, nämlich in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts, ent- standen sind. Während die Urkunde im französischen Avignon ausgestellt wurde, stammt der Stoff für die Tasche aus einer Weberei in Italien. Gewährt wurde der Ablaß für Dorfprozelten zu Beginn der Amtszeit des Mainzer Erzbischofs Heinrich III. von Virneburg (1338-1346) wohl auf Bitten des dortigen Seelsorgers im Jahre 1337, um für ein bestimmtes Vorhaben, wahrscheinlich, um für eine Baumaßnahme an oder für die Pfarrkirche bessere personelle und finan- zielle Hilfen zu erlangen. Sowohl die Gestaltung der Urkunde als auch die zugehörige Stofftasche sind in ihrer Art im Diözesan- Archiv einmalig.
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Alten-, Unter- oder Niedernbradselden 1200-1373 Die Schenken von Clingenburg und Bradselden 1. In der ,,Cent zur Eich" Die nächste urkundliche Erwähnung bindet Bradselden bereits fest in die Be- sitztumsverhältnisse der damaligen Zeit ein. die Zugehörigkeit zur ,,Cent zur Eich" wird hier festgestellt. ,,Centen waren spätmittelalterliche Gerichtsorg- ganisationen in Franken. Sie erstreckten sich auf die ,,vier hohen Rügen"- Mord, Diebstahl, Notzucht und heimliche Brandstiftung. Aber auch nieder- gerichtliche Fälle wurden in den Centen behandelt. mehr. Urkunde. Übersetzung
Die Zeit der Grafen von Wertheim 1250 bis 1275 In den Jahren von 1250 - 1275 gelangte der Reichsbesitz um Prozelten nach und nach in die Hände der Grafen von Wertheim und Hanau.
Das älteste Flurnamenverzeichnis der Gemeinde Um die Ansiedlung war schon ein beachtlicher Teil des Landes gerodet und be- baut, das zeigen die bereits benannten Flurabteilungen. Von Bedeutung ist, daß 1379 der ,,Galgenrain" schon angeführt ist, eine alte Richtstätte, die also schon damals zur festen Einrichtung des Dorfes gehörte. Flurnamen und Straßennamen sind aus den gemeindlichen Büchern Bezeich- nungen für Wiesen, Ackerland und Wald. Entstanden sind sie aus der örtlichen Mundart und Sprachgebrauch, jedoch die Schreibweise hat sich im Laufe der Zeit verändert. Das verändern der Schreibweise, die Übersetzung in das "Hochdeutsche" sind manche Deutungen zweifelhaft und können nur schwer der Flur und Region zugeordnet werden. So sind auch viele Wege durch die Flurbereinigung verschwunden und in Vergessenheit geraten. Doch manche erhaltene Grenzsteine in Wald und Flur sind stumme Zeugen der längst vergessenen Flur und Wegenamen.
| Flurbezeichnung 1379 | Flurbezeichnung heute |
| Buchelberg | Büchelberg |
| am Buckelberg | am Büchelbrg |
| hinter dem Dorf | * |
| Eberstrozen | Eberstraße |
| Elbach | * |
| Escherberge | * |
| Am Eicher (Ascher) Weg | * |
| Hinter dem Feld | * |
| Galgenrain | Galgenrain |
| Grünerspuch (Gimmersbüch 1615) | alte Stadtprozelter Waldabteilung |
| Hegeberge | Höhberg |
| Heygbusch | * |
| Hohberge | Höhberg |
| Hegeholz (Hergeholz) | * |
| Ho(e)stenbusch | * |
| Nykelhalben oder Nykelhaven | * |
| Pferres Acker | Pfarrers Acker |
| Santbuhel | Sandbuckel |
| Selbach | Sellbach |
| in der Setze | in der Setz |
| im nehsten Tale | Talberg |
| Wasserweide | * |
| der Wernher (ein Weingarten) | * |
| Wolfzbusch | Wolfskaute ? |
| Ziegelgruben | Ziegelgrube |
| *Diese Flurbezeichnungen sind abgegangen |
Bildstöcke und Flurdenkmäler ihre Geheinisse und Herkunft
Sie sind Zeugen der Frömmigkeit früherer Generationen und künden von der Verbundenheit der Menschen mit Gott, der Natur und der Heimat. Oft sind sie sagenumwoben, weil ihr Errichungsanlaß in Vergessenheit geraten ist oder im Laufe der mündlichen Überlieferung nicht mehr richtig gedeutet wurde. Mit der Belastung der Umwelt sind sie zunehmend bedroht und der Zerfall be- schleunigt sich immer mehr durch die Witterungseinflüsse. Einige wurden gerade in den letzten Jahren sogar als Antiquitäten verkauft. Auch scheuen häufig Gemeinden, oder Privatpersonen, zerstörte oder dem Verfall bedrohte Bildstöcke restaurieren zu lassen, da die Kosten sehr hoch sind. Mit einer vorliegenden Dokumentation, möchten wir ihnen beweisen, daß in unserer Gemeinde Bildstöcke und Flurdenkmäler durch Neuanfertigungen oder Restaurationen ihren festen Platz in unserer Flur und an Wegesrändern aus den unterschiedlichsten Motiven - zur Ehre, zum Dank, zur Sühne, zum Schutz und zum Gedächtnis erhalten bleiben. Bericht
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Auf dem Weg........." Am Sonntag, den 25. September 2011 beging der Heimat- und Geschichtsverein seinen traditionellen Museumstag. Im Vorfeld des 25 jährigen Bestehens des Vereins hat die Vorstandschaft beschlossen, für dieses besondere Ereignis der Gemeinde einen Bildstock zu widmen. Er wurde an dem geschichtsträchtigen Ort, direkt am Altenbücher Totenweg aufgestellt. Mit dem Schriftzug "Auf dem Weg...." und dem Zeichen für Geburt*, Verehelichung OO und Tod + wollen wir einen Lebens- weg symbolisch nachzeichnen, den die meisten Menschen gehen. Wir sind nicht Dauergäste auf der Erde, sondern befinden uns auf einem vorgezeichneten Weg der einen Anfang und ein Ende hat. Mit unserem Bildstock möchten wir aber auch daran erinnern, dass die Bürger von Altenbuch über ein halbes Jahrtausend "Auf dem Weg...." hier zu uns in das Gotteshaus kamen. Sowohl bei der Taufe, der Heirat und beim Tode war das Gotteshaus in Dorfprozelten auch für die Christen aus Altenbuch eine wichtige Station auf ihrem Lebensweg, hatten sie doch bis 1790 keine eigene Kirche. Vielleicht halten aber auch die Wanderer, die an dieser Stätte vor- beikommen, kurz einmal inne und denken nach über ihren Lebens- weg.
Programm der Segnungsfeier am Sonntag den 25.09.2011
14°° Uhr Segnung des Gedenksteins durch Dekan Nikolaus Stanek anschließend: Kleiner Rückblick über die Historie des "Alten- bücher Kirchwegs" durch Georg Veh
14.30
Uhr Der Heimat- und Geschichtsverein lädt zu Kaffee und
Kuchen ein und sorgte für Bewirtung seiner Gäste.
Nochmals herzlich Dank allen Besuchern aus nah und fern für die zahlreiche Beteiligung!
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Interessantes über unsere Kirchenglocken.
In einem Zeitungsartikel wurde über die Geschichte der Dorfprozeltener Glocken in Bild und Text berichtet. Hervorgehoben wurde dabei die älteste Glocke, die sich auf dem Kirchturm befindet. Es ist die Evangelistenglocke. Sie wurde im Jahre 1494 von dem Heilbronner Ratsherrn und Glockengießer Bernhard Lachmann gefertigt. Es ist eine C-Glocke, sie wiegt 210 kg. und trägt die Inschrift: s.laux - s. marx- s. matheus - s. joannes - lachmann gos mich 1494. (Hl. Lukas, hl. Markus, hl.Mathäus, hl.Johannes) Erstaunlich, noch heute tut sie nach einem halben Jahrtausend uneinge- schränkt ihren Dienst und ist ein besonderes Kleinod in unserer Gemeinde. In Kürze soll in der Monatszeitschrift ,,Spessart" ein größerer Artikel über unsere Glöckner und Glocken erscheinen. Wer könnte noch Bilder, Aufzeich- nungen oder Ähnliches dazu liefern? Bitte bei Georg Veh, Tel. 7060 melden. Der Glockentext aus der Zeitung kann bei Horst Zwiesler bezogen werden.

Schüler und Schulgeld 1795 Schon vor über 200 Jahren hat sich die Gemeinde der armen Schüler ange- nommen(wie es heute gesetzlich wieder vorgeschrieben werden soll) und hat Sorge für ihr Auskommen getragen. Interessant der Rechnungsbeleg aus den Rechnungsunterlagen des Jahres 1795. (Rechnung Nr. 105)
1 fl 48x (1Gulden 48 Kreuzer) zalt Burgermeister für babir und dintten pulver so das jahr durch an die Arme schühler ist abgegeben worten wirt an durch Von gerichts wegen = Atestirt Dorffprodzelten den 24ten December 1795 Simon Bauer Schulth. Philipp Krebs (er war Bürgermeister - Anm. d. Verf.) Franz Michel Seus gerichts geschworener Franz Firmbach Gemeinde Dep(utierter) Johann Martin Happ gemeinde deputierter
Noch nicht so ganz auf eine verbindliche Rechtschreibung hatte man sich im Gemeindegremium geinigt.
Original Rechnungsbeleg 1795.
