Heimat und Geschichtsverein Dorfprozelten

           Unter den Reimvers des bekannten Kinderliedes          

,,Wer will fleißige Handwerker seh'n, ei der muss zu uns hergeh'n"

zeigt der Heimat- und Geschichtsverein seine Ausstellungen über das FRISEURHANDWERK - SCHREINERHANDWERK-SCHUSTER und STEINMETZE.

Bilder siehe unten!

 Das Friseurhandwerk ist ein junger Handwerkszweig, der aus der ehemaligen ,,Baderinnerung" hervorgegangen ist. Auch aus unserem Dorf gibt es schon recht Interessantes darüber zu berichten und zu zeigen.

Mit zu den älstesten Berufen, die sich nach einer Dorfansiedlung einstellten, gehörte das Schreinerhandwerk. Hatte man sich als Siedler mühselig eine Unterkunft geschaffen, musste sie wenigstens mit einigen notwendigen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet werden. Zweckmäßig und einfacher war es, nicht alles auf dem blanken Fußboden zu erledigen. Tische, Bänke, Stühle, Regale, Bettstätten und Schränke, entstanden so nach und nach. Schon bald begnügten sich die Bewohner jedoch nicht mehr mit den grobschlächtigen Einrichtungen, das Mobilar wurde durch das handwerkliche Können und den Einfallsreichtum der Schreiner immer vortrefflicher. Jetzt reichten Säge,Bohrer, Beil und Hammer nicht mehr aus. Immer spezielleres Hand-    werkszeug wurde erfunden.                                                                                    Allein die Hobel, in den verschiedensten Variationen zum Glätten, Abrunden, Falzen, Phasen, Profilieren und Fügen, als Lang-, Schrubb-, Doppel-, Putz-, Falz-, Schlicht-, Grad-, Nut-, Grund-, Fass-, Sims-, Schiffs- oder Rauhbank-    hobel, nahmen hier schon eine Sonderstellung ein. Dazu kamen noch spezielle Sägen, die Stoß-, Zug-, oder Hi- Hasäge, Bohrer, Knechte, Feilen in allen Größen und Hobel- Drehbänke. Sie alle gehörten schon bald selbstverständlich zur notwendigen Ausrüstung dieses Berufszweiges.                                           Und genau auf diese Utensilien hatte es der Heimat- und Geschichtsverein abgesehen, um Einblick in die alte Arbeitsweise des Schreinerhandwerks zu ermöglichen. Viele der ausgestellten Werkzeuge sind weit über hundert Jahre alt und in einer heutigen Schreinereiausrüstung nicht mehr zu finden. In praktischen Vorführungen zeigen Meister dieses Fachs, wie die Groß- und Urgroßväter diese Werkzeuge handhabten.                                                           Erstaunlich ist, dass gerade der Schreinerberuf in den örtlichen Matrikel-      büchern - neben den Schiffleuten, den Schmieden und Winzern - große Beach- tung fand und von den Pfarrern oft festgehalten wurde. Ein Beispiel aus dem älstesten Matrikelbuch der Ortskirche. Hier vermerkt Pfarrer Matthias Göttert: ,,Obiit 26. 8bris 1681 rite provisus Christmann Seus, Scriniarius in hoc loco,  Sexagenarius"- ,,Es verstarb am 26. Oktober 1681, wohlversehen, Christ-    mann Seus, Schreiner in diesem Ort, ein Sechziger." Bei den meisten Verstor- benen gab er die Berufsbezeichnung nicht an.                                                   Die erste schriftliche Kunde von einem örtlichen Schreiner findet man aber schon fast hundert Jahre früher in der Kirchenrechnung von 1596, die Stoffel Brand und Cloß Schnellbach gefertigt hatten. Hier heißt es: ,,4 1/2 Turnes 2Pfennig Hanß Senftleben von einem Drulein zu machen geben." Hans Senft-  leben hatte also 4 1/2 Turnes und 2 Pfennig erhalten, weil er für die Kirche eine kleine Truhe angefertigt hatte.

Urkunde aus dem Jahre 1596


 Alles, was früher in den Schreinereien zur notwendigen Ausrüstung gehörte, wurde im Heimatmuseum am Bahnhof zusammengetragen und wird dort aus- gestellt. In einer komplett ausgerüsteten Schreinerwerkstatt mit einem Schreinermeister (Puppe) sind die alten Handwerkzeuge zu sehen, in einem weiteren Raum handgeschmiedete alte Beschläge und Schlösser für Türen, Truhen und Fenster, verschiedene Hölzer, Funiere und meisterliche Werk-   stücke. Es fehlt auch nicht die  Historie von den ursprünglichen Schreinereien der Gemeinde mit interessantem Bildmaterial.

Der Heimat- und Geschichtsverein, lädt alle geschichtlich und handwerklich interessierten Personen zu einer Besichtigung recht herzlich ein.
                                                                                

Liebe Gäste,                                                                              diese Bilder sind nur ein kleiner Einblick in unsere Ausstellung, wir möchten nicht zuviel zeigen, sondern nur Ihr Interesse wecken, kommen Sie zu einer Führung in unser Heimatmuseum, wir würden uns sehr freuen.