Die Dornbuschschmiede1541-1978
Mit zu den markanten historischen ,,Überbleibseln" in der Gemeinde zählt die alte ,,Dornbuschschmiede" in der Steingasse. Neben dem Heimatmuseum und dem Waschhäuschen ist sie das vorerst dritte Museumsgebäude im Ort. Der Schmied gehört zum ältesten Berufsstand einer Gemeinde. Während des Mittelalters war er aus der Dorfgemeinschaft nicht wegzudenken. >mehr<
Schmiedemeister Anton Zöller
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Wegweiser der 40er Jahre wieder gefunden
Im Sommer hatte ein Vereinsmitglied einen aus Eichenholz geschnitzten Weg- weiser aus den 40er Jahren im Waldgebüsch gefunden. Bei Nachforschungen stellte sich heraus, dass er vom Dorfprozeltner Hergottsschnitzer Oswald Zöller stammte. Der Wegweiser wurde von einem Fachmann im Verein repariert und weist nun wieder den Weg zur gemeindlichen Kriegergedächtnisstätte in der Waldabteilung >>Lufthof<<.

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Seit 87. Jahren wiederholt sich der Kapellengang
zur Kriegergedächtniskapelle im Wald.
Am
ersten Sonntag im August 1924 fand die feierliche Weihe der Kapelle
durch Pfarrer Trapp statt. "Treue Kameraden ihren teuren Toten", steht
über dem Eingang
geschrieben.
Jedes Jahr im August, seit einigen Jahren jetzt im Juli, gedenkt die
Gemeinde ihrer Toten durch einen Gottesdienst an dieser Stelle,
begleitet von der Musik- kapelle"Frankonia" und dem
Männergesangsverein"Liederkranz". Die Idee eine
Kapelle zu bauen, stammte von dem damaligen Lehrer Ludwig Falgner. Er
erlebte den ersten Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger und betrachtete die
Errichtung eines Mahnmals als Verpflichtung gegenüber der Toten des 1.
und 2. Weltkrieges. Neben der weiß getünchten Kapelle sind auf den
einge- mauerten Sandsteintafeln die Namen der Gefallenen des 2.
Weltkrieges
eingemeißelt.
Im inneren der Kapelle wurde im Jahr 2000 die alte Holzfigur
ausgewechselt, restauriert und hängt heute im Leichenhaus. Die neue
Figur aus Sandstein stammt von Alexander Schwarz und ist neben den vier
Sandsteintafeln, in die die Namen der Gefallenen gemeißelt sind, der
einzige Schmuck im inneren der Kapelle. Auf dem mit Schindeln bedeckten
Türmchen hängt noch die alte Schulglocke. Manchmal ist sie bis in's Dorf
zu hören, wenn Wanderer an der Kapelle rasten und die Glocke läuten.
Von einer
schönen Waldkulisse umrahmt ist die Kapelle eine würdige, schöne
Gedenkstätte an die Toten und Vermissten beider Weltkriege.
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Die ältesten Klassenaufnahmen aus unserer Gemeinde In unserem Schulbuch haben wir das älteste Klassenfoto, das wir bei unserer Bildersuche gefunden haben, abgedruckt. Es sind die Kinder der 1. Schule, wahrscheinlich die Geburtsjahrgänge 1882 bis 1884 (45 Kinder) mit ihrem Lehrer Theodor Hörnig. Siehe Angaben in unserem Schulbuch aus dem Jahre 1998.
Nach dem Erscheinen unseres Schulbuches ist nun ein weiteres, sehr altes Klassenfoto aufgetaucht. Es stammt aus dem Nachlass von Sophie Stapf - wer kann etwas über Frau Stapf berichten, wann ist sie geboren, ist das ihr Name nach der Heirat, war sie überhaupt verheiratet, wann ist sie geboren.....?, in meinen Unterlagen ist sie bisher nicht zu finden. Beim Vergleich der beiden Schulbilder kann man feststellen, dass sie im selben Jahr aufgenommen sind - der Bildhintergrund ist vollkommen identisch.
Dies ist ein Klassenfoto der 2. Schule, denn die Kinder sind jünger als auf dem 1. Foto. Wahrscheinlich handelt es sich um die Geburtsjahrgänge 1885 und 1886, denn es sind zwei Kinder abgebildet, die darauf schließen lassen. Es sind die Mädchen in der 2. Reihe das zweite und in der3. Reihe das dritte Mädchen. Sie sind gleich angezogen - höchstwahrscheinlich also Zwillinge. Dabei würde es sich um die beiden Mädchen Mathilde und Anna Heuster handeln. Sie sind am 25. Februar 1886 geboren. Ihre Eltern waren der Steinhauer Jakob (*23.3.1852 + 1.1.1887) und Emilia Heuster, geb. Krug (* 10.9.1852 + 30.5.1889), Hebamme war Sophie Bichtl. Die Familie wohnte im Haus Nr. 171 (alte Zählung) - Siehe Buch Dorfprozelten 2. Der abgebildete Lehrer wäre dann Friedrich Kreß. Wenn es sich aber um Kinder der 3. Schule handelt, wäre ihr Lehrer Linus Balling gewesen. Nach meinen Recherchen in den Martrikelbüchern ist im Zeitraum von 1875 bis 1880 ist nur ein Zwillingspärchen (Mädchen) geboren worden - das waren Mathilde und Anna Heuster. Die Bezeichngen 1., 2. und 3. Schule beziehen sich nicht auf verchiedene Schulhäuser, sondern auf das Alter der Kinder. In der 1. Schule waren die ältesten Kinder zusammengefasst (hier 45), meistens zwei Geburts-jahrgänge. In der 2. Schule waren es dann die jüngeren Kinder (hier 65), in der 3. Schule die jüngsten Schulkinder (41). 1882 bis 1888 wurden insgesamt 226 Kinder in Dorfprozelten geboren (Jahresschnitt 32), von ihnen starben im Kindesalter 72, also genau ein Drittel.

Es wäre natürlich interessant, etwas über die beiden zu erfahren. Vielleicht existieren Fotos aus späteren Zeiten, Zeitzeugen, die sich noch an die beiden erinnern können....und die dann eine Zuordnung bestätigen. Georg Veh, im Dezember 2009
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Dorfprozelten: Im Jahre1924 hatten die heimgekehrten Soldaten aus dem 1. Weltkrieg in der Waldabteilung Lufthof für ihre gefallen und vermissten Kameraden die Kriegergedächtniskapelle errichtet. Auf steinernen Tafeln sind darin die Namen der 26 Gefallenen, der 10 Vermissten und der 10 Soldaten, die in der Heimat an den Kriegsfolgen verstarben, festgehalten. Einer im Ort, Oswald Zöller, auch der Herrgottsschnitzer genannt, gab sich mit dieser Würdigung nicht zufrieden. Er fertigte ein mannnshohes Kreuz, auf dem all die Namen nochmals aufgeführt sind. Dieses Mahnmal wurde im Friedhof etwa im Jahre 1935 afgestellt. Es ist etwas in Vergessenheit geraten, da es seit dem Bau der Aussegnungshalle an der linken Gebäudemauer befestigt war und nicht mehr direkt im Blickfeld lag. Wind und Wetter haben dem Kreuz in den letzten Jahrzehnten stark zugesetzt, es drohte ganz zu verwittern und zu zerfallen. Der Heimat- und Geschichtsverein wollte dieses kleine Kunstwerk nicht in Vergessenheit geraten lassen und hat sich um die Restaurierung ge- kümmert. In mühevoller Detailarbeit renovierte Schreinermeister Helmut Prinz das Gedenkkreuz so, dass es auch kommende Generationen zur Mahnung erhalten bleibt. Oswald Zöller, geboren am 17 Februar 1910 in der Bäckerei Zöller in Dorf- prozelten, war ein begabter Bildhauer. Vorrangig fertigte er christliche Dar- stellungen, in zahlreichen Kirchen sind seine Kunstwerke heute noch erhalten. Im Volksmund bekam er den Beinamen ,, Herrgottsschnitzer". Oswald ist am 10. Juli 1943 in Russland bei Orel gefallen.
Das Bild zeigt: Von Grund auf fachmännisch von Schreinermeister H. Prinz ( rechts) restau- riert, erinnert das Gedenkkreuz im Friedhof an die ums Leben gekommenen Soldaten des 1. Weltkrieges. Um es vor den Witterungseinflüssen zu schützen, wurde das Kreuz nun an die Wand befestigt.
Bericht G. V.
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Wohin ist er entschwunden? In der Gemeinde wird der heilige Sebastian schon seit Jahrhunderten verehrt. Zahlreiche Zeugnisse darüber sind in den Archivbeständen zu finden, aber auch in unserem Dorf. In der Kirche haben wir den Sebastianusaltar mit einem eindrucksvollen Relief von Heinz Schiestl. Aber auch am linken Hautpfeiler in der Kirche thront der Heilige. Er wurde etwa um das Jahr 1480 geschaffen, manche vermuten, dass er aus einer Riemenschneiderschule stammt. Vor dem Pfarrhaus erinnert ein Bildstock aus dem Jahre 1622 an die alte Tradition. Im Brückenweg war lange Jahre der Heilige auch zu finden, es ist eine sehr alte und einfache Darstellung - das Entstehungsjahr ist nicht bekannt. Seit einigen Jahren ist er verschwunden. Es wäre schön zu wissen, ob er noch existiert.
Zu schade für die Asservatenkammer Auch dieses Bild erinnert an die Jahrhunderte alte Sebastianusverehrung in der Gemeinde. Es wurde von einem Miltenberger Maler erstellt, leider wissen wir seinen Namen nicht mehr. Dieses große Bildnis zierte einst in der alten Kirche den Sebastianusaltar. Beim Neubau wurde es nicht mehr mit in die neue Kirche übernommen, es wanderte in die Asservatenkammer der Kirche über der Sakristei. Eigentlich könnte man es - wenigstens am Sebastianustag - wieder einmal der Öffentlichkeit im großen Pfarrsaal präsentieren. Es hätte etwas mehr Beachtung verdient.
,,Schweine im Spessart" Das war früher einmal ganz anders. Hier hätten sich die Bewohner des Südspessarts zu helfen gewusst. Doch ihr Ansinnen ging in eine andere Richtung. Sie haben sich danach gesehnt, ihre Schweine in den Spessart treiben zu können, man sparte Futter und bekam dadurch einen besonderen Leckerbissen geboten. Ich glaube diese Hausschweinherden haben damals den natürlich vorkommenden Schwarzkitteln erhebliche Konkurrenz gemacht, weil sie ihnen einen Teil der leckeren Mastnahrung weggefressen haben und ihre Vermehrung so in Grenzen hielten.
Die Stadt- und Dorfprozeltener berufen sich bei diesem Trieb in den Spessart auf ein uraltes Recht, das sie bis auf das Jahr 1423 zurückführen. Graf Robert von Königstein soll ihnen dies gewährt haben.
"Am 2.ten May Anno 1423 (ist) von weylandt Graff Roberten von Königstein Gemeiner Statt (das Recht) verlihen, (worden) nebst Dorff Protselden ... den Zutrieb, Waidt und Mastungsgang mit Schweinen im Speßhardt" zu pflegen.
Das hat den späteren Fürstbischöfen von Mainz nicht behagt, hatten sie doch das alleinige Recht, im Spessart die Jagd auszuüben. Wenn dann aus den Ortschaften Stadtprozelten, Dorfprozelten, Altenbuch, Neuenbuch, Faulbach und Breitenbrunn ganze Herden von Hausschweinen im Herbst zur Eichel- und Bucheckernmast in den Spessart getrieben wurden, konnte man natürlich schlecht noch auf die Jagd gehen. Darum versuchten die Bischöfe, dieses alte Recht immer wieder mit allen Spitzfindigkeiten auszuhebeln. Doch da haben sie sich längere Zeit an den Südspessartlern die "Zähne ausgebissen".
Schließlich einigte man sich für eine kurze Zeit, dass jede Ortschaft nur eine begrenzte Zahl von Schweinen in den Herbstwald treiben durfte.
Hier die Aufstellung der Dorfprozeltener Bürger aus dem Jahre 1671:
Herr Pfarrer .......................................................................2 Stückh
Hanns Arnoldt Schultheiß und Barthol Bawer
deß Gerichts und Centschöpffen.........................................8 Stückh
Beede Bürgermeister (die Rechnungsführer).......................4
die übrige 11 GerichtsPersohnen........................................22
Vier Landtschieder (Feldgeschworene).................................8
Paul Spielmann Schulmeister...............................................2
beede Hirten (der Schweine- und Viehhirt)..........................4
Hannß Geörg Ritter, der Jäger.............................................2
ein Heimerich (Gemeindediener)...........................................2
Zween Schätzer...................................................................4
Gemeine Nachparn und Wittiben (Witwen) Jedem
1 thut................................................................................65
Summa 127 Stückh
Dorffprotselder Frey Schwein so in Speßhardt zum Geeckerich eingeschlagen werden Anno 1671

1. Stadtarchiv Stadtprozelten: ,,Libellus Gravitaminum" , ohne Seitenangabe, etwa aus dem Jahr1680
2. Ein Nachbar war ein Bürger, der Familie und Grundbesitz hatte, und steuerlich herangezogen werden konnte. Er wurde durch Beschluss der Gerichtsschöffen als Mitbürger= Nachbar aufgenommen. Bericht: Georg Veh, im Dezember 2008